Münchhausen oder: Freuds letzte Reise

Uraufführung am 25. September 2022 – bis 23. Oktober 2022 in der Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

„Lügen ist ja eigentlich nix Gutes. Und manchmal pathologisch. Was liegt da näher, dem größten Lügner der Literaturgeschichte den bekanntesten Psychoanalytiker der Welt gegenüber zu setzen, damit der mal guckt, ob alles in Ordnung ist“, fand Comiczeichner Flix und entwarf das Szenario für den Comic
„Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen“, in der er Münchhausen und den Psychoanalytiker Sigmund Freud aufeinandertreffen lässt. Sein Kollege Bernd Kissel zeichnete die Comics. Autor Sönke Andresen schrieb für die Komödie am Kurfürstendamm das Theaterstück, das am 25. September uraufgeführt wird.


Theaterchef Woelffer: „Münchhausen entstaubt“

„Die Geschichten von Münchhausen sind der Inbegriff geistreicher und
phantastischer Unterhaltung“, findet Theaterchef Martin Woelffer. „Der Comic
hat uns sehr inspiriert, denn Flix hat mit seiner Interpretation den Staub weggeblasen, der sich im Laufe der Zeit über diChristian Bale, Margot Robbie, John David Washington, Alessandro Nivola, Andrea Riseborough, Anya Taylor-Joy, Chris Rock, Matthias Schoenaerts, Michael Shannon, Mike Myers, Taylor Swift, Zoe Saldaña, Rami Malek, Robert De Niroe Legende Münchhausen gelegt hat. Ich freue mich sehr auf Jytte-Merle Böhrnsens Darstellung des alten Münchhausen. Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, die Rolle von einer Frau spielen zu lassen, aber Jytte hat mich von der ersten Minute an überzeugt, dass sie dafür die Richtige ist“, schwärmt Woelffer.

Matthias Freihof, dessen Regiearbeit „Ganze Kerle“ vor einigen Jahren bereits
erfolgreich an der Komödie lief, spielt den Psychoanalytiker Sigmund Freud.
„Vollblut-Komiker Marcus Ganser wird in der Rolle des Mediums die Lacher auf seiner Seite haben“, ist sich Woelffer sicher. In weiteren Rollen sind Karina Krawczyk und Max Ortner zu sehen.


Darum geht´s
Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs landet ein merkwürdiger alter Mann, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond, in einem Ballon auf dem Dach des Buckingham Palastes. Er stellt sich als Baron Münchhausen vor. Der englische Geheimdienst beißt sich an dem Mann die Zähne aus und beschließt, eine Kapazität, die sich zu dem Zeitpunkt in London im Exil befindet, zu Rate zu ziehen: den Psychologen Sigmund Freud. Der ist anfangs gar nicht begeistert davon, seine Tage mit einem Wahnsinnigen zu verbringen, willigt jedoch – nicht ganz freiwillig – schließlich ein. Anfangs scheitert auch er mit seiner Analyse, doch
dann entdeckt er Tatsachen und Fakten in den Märchen des Barons. Er fragt nach
und die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere beginnen, sich näher zu
kommen, während Realität und Fiktion verschwimmen …
Regisseur Andreas Gergen fasst die Handlung so zusammen: „Wissenschaft und
Phantasie prallen aufeinander: Freud versucht die Welt zu erklären, Münchhausen
kreiert sich seine Welt, ´wie sie ihm gefällt´“. Für ihn ist Andresens Theaterstück
„ein Plädoyer für die Kraft der Phantasie ist und eine Geschichte, die gerade in
schwierigen Zeiten Hoffnung und Zuversicht vermittelt, bedeutet doch das Prinzip
Münchhausen: Es gibt immer einen Ausweg und die Hoffnung stirbt zuletzt!“


Das Ensemble
Jytte-Merle Böhrnsen
Münchhausen
… wurde in Hamburg geboren und spielt seit ihrer frühen Kindheit Theater. Nach
dem Shakespeare-Marathon „Schlachten!“ (Luk Perceval) am Schauspielhaus in
Hamburg, mit dem sie als 15-Jährige bei den Salzburger Festspielen gastierte,
stand für sie fest, Schauspielerin zu werden.
Sie studierte am Lee Strasberg Theatre Institute in New York Gesang, Skript und
Schauspiel. Regelmäßig ist sie in den verschiedensten TV-Genres („Tatort“,
„Morden im Norden“, „Wilsberg“, „Der Bergdoktor“…) und auf der Kinoleinwand
zu sehen. Wie wandelbar sie ist, zeigt sie spielerisch u. a. in den von Til Schweiger
produzierten Filmen „Kokowääh2“ und „Großstadtklein“ sowie in Florian
Gallenbergers Komödie „Es ist nur eine Phase Hase“ oder in der
Beziehungskomödie „Einmal bitte alles“.
Dem Theater kehrte Jytte-Merle Böhrnsen dabei nie den Rücken. Sie spielte frei
am Prater der Volksbühne oder auf Italienisch die Mina in „Dracula“ am Teatro
Litta di Milano.
Seit einigen Jahren ist sie auch als Drehbuchautorin tätig. Insbesondere der
Kinderfilm liegt ihr am Herzen: So gewannen schon zwei Filme, bei denen sie am
Drehbuch beteiligt war, die goldene Lola beim Deutschen Filmpreis in der
Kategorie Bester Kinderfilm: der Abenteuerfilm „Amelie rennt“ und der
historische Familienfilm „Der Pfad“, der dieses Jahr in die deutschen Kinos kam
und auch international Beachtung fand.


Matthias Freihof
Freud
„Die Lüge ist ein Schutzmechanismus Wenn die Welt da draußen zu unerträglich
geworden ist, legt man sich seine eigene Wahrheit zurecht. Fakten interessieren nicht
mehr. Das ist schön einfach, das gibt einem Sicherheit.“
… ist ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, Regisseur, Synchronsprecher,
Sänger und Entertainer. Nach dem Studium an der Hochschule für
Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin trat er bis heute an verschiedenen Berliner
Bühnen auf (Maxim Gorki Theater, Berliner Ensemble, Volksbühne, Renaissance
Theater, Schlosspark Theater, Kleines Theater am Südwestkorso) und bewies
seine Entertainer-Qualitäten in diversen Shows im Palast der Republik und im
Friedrichstadtpalast. Konzerttourneen führten ihn durch Europa, nach Asien,
Südamerika und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Er war Meisterschüler der
berühmten Brecht-Interpretin Gisela May und hat mehrere Musikproduktionen
veröffentlicht. Die Hauptrolle in Heiner Carows preisgekröntem DEFA-Film
„Coming Out“, der 1990 einen Silbernen Bären für den Besten Film bei der
Berlinale 1990 bekam, war ein großer Karrieresprung für ihn. Einem breiten
Fernsehpublikum wurde er bekannt durch seine Hauptrolle im ZDF-Serienklassiker
„Siska“ (1998-2002). Seitdem hat er in unzähligen Fernsehproduktionen („Die
Autobahnpolizei“, „Der Alte“, „Tatort“, „SOKO
Leipzig/Wismar/München/Stuttgart“, „Todesspiel“, „Vera Brühne“, „Weißensee“
u.v.a.) sowie in einer Vielzahl von Kinoproduktionen gespielt, u. a. in „Im Zeichen
der Liebe“, „Not a love song“, „Zurück auf Los“, „Kirschblüten“, „Die Friseuse“,
„Operation Walküre“ (an der Seite von Tom Cruise) und zuletzt „Weiber!
Schwestern teilen. Alles.“. Vor kurzem stand er für die vielbeachtete ARD-Serie
„All You Need“ und die internationale Produktion „Legacy“ vor der Kamera.
Außerdem arbeitet Matthias Freihof als Schauspieldozent und Coach. Seit 2005
übernahm er regelmäßig Hauptrollen an diversen deutschen Komödienhäusern
und in Tourneetheater-Produktionen („Kollaboration“, „Venedig im Schnee“,
„Einsteins Verrat“, „Der kleine König Dezember“ u. a.) und inszenierte die
Tournee-Hits „Ganze Kerle“, „Mann über Bord“, „Möwe und Mozart“ sowie für
die Schlossfestspiele Neersen die Publikumsrenner „Honig im Kopf“ und
„Monsieur Claude und seine Töchter“.
Für die Komödie am Kurfürstendamm spielte er 2006 in der Aufführung „Die
süßesten Früchte“ und inszenierte 2008 die Produktion „Ganze Kerle“.


Marcus Ganser
… ist Theaternarr seit seinem Theaterdebüt im vierten Lebensjahr, dass er in „Die
Troerinnen“ von Sartre am Theater an der Wien gab. Seitdem steht er auf, hinter
und vor der Bühne als Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. Marcus Ganser
lebt und arbeitet hauptsächlich in Wien. Seit 1990 ist er auch als Moderator,
Redakteur und Regisseur für den Rundfunksender ORF tätig.
In Deutschland war der Österreicher bisher unter anderem in Berlin, Bonn, Köln,
Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart und München auf der Bühne zu sehen.
Sein Berlin-Debüt hatte er neben Gunther Philipp in dem Stück „Da wird Daddy
staunen“ im Theater am Kurfürstendamm. Dort spielte er u. a. über 300 mal den
Mustergatten in der gleichnamigen Komödie. Der Erfolgskomödie „Boeing,
Boeing“ verlieh er ebendort als Regisseur und Bühnenbildner Flügel. Und auch bei
der Komödie „Die Perle Anna“, in der Anita Kupsch die Titelrolle spielte, war er in
beiden Funktionen tätig.
An der Seite von Winfried Glatzeder war er in Berlin, Hamburg und auf Tournee
als „Die Nervensäge“ zu sehen.
Als Darsteller stand er zuletzt in der Titelrolle in „Jakobowsky und der Oberst“ von
Franz Werfel in Berlin auf der Bühne.
In Österreich ist er seit über 25 Jahren Co-Leiter des Stadttheater Mödling und des
Theater Scala in Wien, wo über 30 seiner Inszenierungen und Bühnenbilder zu
sehen waren (zuletzt die österreichische Erstaufführung des Musicals „Avenue
Q“). Beim Sommerfestival auf der Rosenburg ist er ebenfalls seit 8 Jahren für
Regie und Bühne verantwortlich (u. a. „Monsieur Claude und seine Töchter“,
„Amadeus“, „Ein Käfig voller Narren“).
Zurzeit sind in der Wiener Staatsoper seine Bühnen- und Rauminstallationen für
die Wanderoper „Entführung ins Zauberreich“ nach W.A. Mozart zu sehen.
Isolde McMurphy und Raymond

Karina Krawczyk übernimmt die Rolle der MI6-Agentin Isolde McMurphy, die ein
wenig an Miss Moneypenny aus den James Bond-Filmen erinnert.

Max Ortner
spielt einen ihr ergebenen Vollzugsbeamten, der zu allem bereit ist.

Autor
Sönke Andresen
… ist Drehbuchautor und Fortbildner. Er lebt in Hamburg.
Sönke Andresen studierte Drehbuch am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an
der Drehbuchwerkstatt der Filmhochschule München; an der Universität
Utrecht/Niederlande Lehramt für das Fach Deutsch.
Seit 2008 schreibt er als Drehbuchautor für Kino/TV und als Theaterautor für
verschiedene Bühnen. 2019 erhielt er für sein Drehbuch „Familie Lotzmann auf
den Barrikaden“ den Grimme-Preis. Er wird vertreten vom Verlag der Autoren.
Als Projektkoordinator, Fortbildner und Trainer im Bereich Deutsch als
Fremdsprache ist Sönke Andresen seit 2005 an weiterführenden Schulen,
Sprachinstituten, Universitäten und vor allem für das Goethe-Institut tätig,
außerdem als Lehrbuchautor für verschiedene Prüfungsformate und Verlage.


Szenarist des Comics
Flix
…, Jahrgang 1976, lebt und arbeitet als freier Illustrator und Comiczeichner in
Berlin. Er studierte Kommunikationsdesign und debütierte mit seiner
Abschlussarbeit „held“ bei Carlsen. Es folgten weitere Comics mit
autobiografischem Anstrich. Mit „Faust“ und „Don Quijote“ adaptierte er zwei
Klassiker der Weltliteratur auf ungewöhnliche und humorvolle Weise neu. Dem
folgte, in Zusammenarbeit mit Bernd Kissel, die Neuinszenierung der Abenteuer
des Baron von Münchhausen in Comicform.
Derzeit veröffentlicht Flix jede Woche Montag den Zeitungscomic „Glückskind“ in
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Mit „Spirou in Berlin“ setzte Flix 2018 als erster deutschsprachiger Künstler ein
Abenteuer für die frankobelgische Serie um. Mit „Das Humboldt-Tier“ folgt nun
ein Abenteuer aus dem Marsupilami-Universum.
Flix’ Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Max und Moritz-Preis
und dem Rudolph Dirks-Award, und in verschiedene Sprachen übersetzt.


Regie
Andreas Gergen
… inszenierte mittlerweile über 100 Opern, Operetten, Musicals und Schauspiele
von „La Traviata“ (Haus für Mozart, Salzburg) über „Viel Lärm um nichts“
(Salzburger Landestheater) bis „Der Schuh des Manitu – Das Musical“ (Deutsches
Theater München).
Zu seinen wichtigsten Regie-Arbeiten zählen „I am from Austria“, „Don Camillo &
Peppone“ und „Der Besuch der alten Dame“ für die Vereinigten Bühnen Wien,
„Carmen“ in der Felsenreitschule Salzburg, „The Sound of Music“ am Salzburger
Landestheater sowie die Operette „Roxy und ihr Wunderteam“ an der Wiener
Volksoper.
Von 2004 bis 2006 war Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Berliner
Schlossparkt Theaters und wechselte dann als Artistic Project Manager zur Stage
Entertainment nach Hamburg. Von 2011 bis 2017 war er Operndirektor am
Salzburger Landestheater.
Als Schauspieler war er u. a. als Sohn Stefan in der ARD-Kultserie „Familie Heinz
Becker“ zu erleben.

Münchhausen oder: Freuds letzte Reise
von Sönke Andresen
nach dem Comic von Flix/Bernd Kissel
Regie: Andreas Gergen, Bühne: Stephan Prattes, Kostüm: Ulli Kremer,
Puppen- und Figurenbau: Dirk Heimes – Puppethausen, Videodesign: Sönke Feick
mit Jytte-Merle Böhrnsen, Matthias Freihof, Marcus Ganser, Karina Krawczyk und
Max Ortner
Uraufführung am 25. September 2022
(Voraufführungen: 23. + 24. September)
bis 23. Oktober 2022
Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater

Fotos (c) Michael Petersohn

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