Eleganz bis in die Fingerspitzen – Schwanensee in der Jahrhunderthalle
Nachdem die Remakes, Neuinterpretationen und Modernisierungen des Balletts Schwanensee in den letzten Jahren wie aus dem Boden geschossen sind, war es nun wieder einmal an der Zeit, das Original auszupacken. Dafür sorgte das Russische Staatsballett vergangenes Wochenende in der Frankfurter Jahrhunderthalle.
Nachdem die Remakes, Neuinterpretationen und Modernisierungen des Balletts Schwanensee in den letzten Jahren wie aus dem Boden geschossen sind, war es nun wieder einmal an der Zeit, das Original auszupacken. Dafür sorgte das Russische Staatsballett vergangenes Wochenende in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Der Durst der Menschen nach dem stilvollen Klassiker ließ sich nicht nur an den ausverkauften Reihen des Parketts der Halle entnehmen, sondern auch am tosenden Applaus während des Stückes. Jung und Alt, Menschen zwischen schicken Abendkleidern und leger in Jeans und Pulli trafen zu dieser Veranstaltung in der Jahrhunderthalle aufeinander.
Liebe zwischen schwarz und weiß – Odette oder Odile?
Ganz klassisch zeigte das Staatsballett die Liebesgeschichte von Prinz Siegfried, der seiner Prinzessin Odette am Schwanensee begegnet und sich unsterblich in sie verliebt. Seine Geliebte
wurde jedoch vom Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt und so kommt es, dass der Prinz auf dem Ball ihrem verführerischen Ebenbild Odile, von Rotbart erschaffen, verfällt und der schwarzen Odette ewige Liebe schwört. In der Inszenierung des Russischen Staatsballetts wurde nun die Happy-End Version gewählt. Und so machen die Schwäne Siegfried auf seinen Irrtum aufmerksam und er kann sich noch rechtzeitig für seine wirkliche Geliebte, Odette, entscheiden. Wjatscheslaw Gordejew, Direktor des Moskauer Staatsballetts, erläuterte hierzu seine persönliche Vorstellung: „Da es ein phantastisches Märchen ist, bin ich überzeugt, dass es ein
glückliches Ende geben muss, in dem die Liebe über das Böse triumphiert“
Spielerische Leichtigkeit trifft auf verführerische Eleganz
Die Rolle der Schwanenprinzessin gilt in Ballettkreisen als eine der anspruchsvollsten überhaupt, denn die Tänzerin muss sowohl die gebrechlich schöne Odette, als auch die verführerisch magische Odile verkörpern und so in zwei vollkommen gegensätzliche Rollen schlüpfen. Faszinierend anziehend wurde die Rolle der Odile in der Inszenierung getanzt, sodass das Publikum die Augen kaum von der Tänzerin abwenden konnte. Verführerisch und mit gleichzeitig vollkommener Eleganz schaffte sie, es die Zuschauer immer wieder in ihren Bann zu ziehen. Aber auch die fragile Schwanenkönigin Odette zeigte sie in bis in die Fingerspitzen gestreckter Perfektion. Mit spielerischer Leichtigkeit konnte auch der Tänzer des Hofnarren überzeugen und aus der Menge der Balletttänzer herausstechen. Scheinbar mühelos drehte er eine Pirouette nach der anderen und versetzt das Publikum so in tranceähnliche Sphären zwischen kompletter Klarheit der perfekt gehaltenen tänzerischen Linien und scheinbar immer weiter drehenden Bahnen der unzählbar vielen Fuitée-Drehungen – abrupt beendet durch einen jungenhaften Sprung mit spitzbübischem Grinsen und närrischem Kopfgewackel.
Zauber auf der Bühne und Glitzer für die Seele
Begeistert von der perfektionierten Eleganz war das Publikum bis zum Ende des Stücks und konnte daher geradezu auf weichen Wolken die Jahrhunderthalle verlassen. Denn wie schon Gordejew über das Stück sagte: „Wie kein anderes Ballett präsentiert Tschaikowskys Schwanensee perfekt die Ballett-Faszination – die Vereinigung des Zauber- mit dem Traumhaften“ und hinterließ so am Ende auch eine Spur von Glitzer in den Augen und Köpfen der mitgerissenen Zuschauer.
© RCR Karolin vom Dahl
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